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... Das ständige Kommen und Gehen im Laufe der Jahrhunderte hat dazu geführt, dass der Allgäuer als
solcher quasi einen Gen-Cocktail in sich trägt. Das hat der Qualität der „Allgäuer Rasse“ durchaus
nicht geschadet. Wenngleich der Allgäuer statt eines Kopfes einen „Grind“ auf den Schultern trägt.
Das ist aber mehr ein sprachliches Problem. Wie man weiß, hilft beim Genetischen eine gewisse
Vielfalt, Einfalt zu vermeiden.
Wichtiger Hinweis für Allgäu-Reisende:
Wer der
Allgäu sagt, outet sich als Allgäu-Ersturlauber.
Das Allgäu kommt viel besser rüber – und ist
auch noch korrekt.
Mehr dazu hier.
8000 – 3000 v. Chr.: Steinzeitmenschen
Früheste gesicherte menschliche Spuren im oberen Allgäu stammen aus der Mittleren Steinzeit. Im Oberstdorfer Gebiet stießen die Steinzeitmenschen bis auf eine Höhe von knapp 1400 Meter vor.
1200 v. Chr.: Völkerwanderung/Illyrer
Während der Völkerwanderung (am Ende der Bronzezeit) zogen die Völker des Ostens nach Westen. Die Illyrer aus dem heutigen Ungarn drangen über Norditalien bis ins Allgäu vor.
5. Jahrhundert v. Chr.: Kelten
Vermutlich im 5. Jahrhundert wanderten die Kelten von Gallien kommend im Allgäu ein. Sie waren „hochzivilisierte“ Viehzüchter, Handwerker und Händler. Sie „gründeten“ bereits Städte wie Cambodunum, das heutige Kempten.
15 v. Chr. – 410 n. Chr.: Römerzeit
Die beiden Stiefsöhne von Kaiser Augustus, Drusus und Tiberius, eroberten 15. v. Chr. in kurzer Zeit das südliche Bayern, die Ostschweiz und Tirol. Die Römer übernahmen die Bezeichnung Cambodunum für ihre Stadt, von der Straßen in sechs Richtungen führten.
213: Alemannen
Die Alemannen durchbrachen 213 erstmals den Limes; 233 drangen sie bis nach Kempten vor.
496: Christianisierung
Die Alemannen wurden von den Franken geschlagen und unterworfen. Die danach einsetzende Christianisierung war im 9. Jahrhundert abgeschlossen. Schutzheiliger des Allgäus ist St. Mang (St. Magnus).
817: Allgäu
In einer Urkunde des Klosters St. Gallen wird das Allgäu erstmals erwähnt: „Albigaue“. Gemeint sind Alpenauen.
1520: Reformation
Ab 1520 erfolgte die Reformation der freien Reichsstädte im Allgäu.
1525: Bauernaufstand
Die Gründe für die Erhebung der Bauern sind vielschichtig. Die starre Herrschafts- und
Gesellschaftsordnung war nicht in der Lage, sich Veränderungen anzupassen. Der Geist der
Reformation – Bruderliebe, Gleichheit vor Gott – leistete einen wesentlichen Beitrag.
Am 14.
Februar 1525 schlossen sich die Allgäuer Bauern zum „Sonthofener Haufen“ zusammen.
Mit der
Niederschlagung des Bauernaufstandes setzte die Gegenreformation ein. Dadurch blieb das Allgäuer
Land katholisch.
1550: Vereinödung
Die Vereinödung, eine Form der Flurbereinigung, begann um 1550. Noch heute prägen die Einzelgehöfte ganz entscheidend die Landschaft im oberen Allgäu.
1618 – 1648: Dreißigjähriger Krieg
Der Dreißigjährige Krieg und die Pest führten zu großen Verwüstungen und daraus folgend zu großer Not.
1802: Säkularisation und Mediatisierung
Die Fürstabtei Kempten und die Reichsstadt Kempten wurden bayerisch. Per Dekret wurden die beiden Städte Kempten 1811 vereinigt.
Ab ca. 1830: Das „blaue“ Allgäu wird „grün“
Die Umstellung vom Flachsanbau auf die Milchwirtschaft hatte die Umfärbung des Allgäus zur Folge.
„Kaum ein anderer Volksteil hat in so kurzer Zeit seine Wirtschaft so radikal geändert – zum Guten
gewendet, sich nach Jahrhunderte langem vergeblichem Mühen endlich die Form geschaffen, die den
geografischen und klimatischen Gegebenheiten seines Lebensraumes entspricht“ (Norbert Herrmann:
„Kempten und das obere Allgäu“; Verlag für Heimatpflege Kempten).
Noch heute prägt die
Landwirtschaft die Kulturlandschaft des Allgäus und sichert damit die Basis des Tourismus. Und: Das
Allgäu hat sich zur Käsküche Deutschlands entwickelt.


